15.04.2012

da waren's nur noch sieben...

...in der marschrutka auf dem weg zum flughafen. 

drei der bande mussten krankheitsbedingt mit dem taxi nachgeliefert werde (um dann, großartig, vom taxler erst zum falschen terminal gebracht zu werden, argl). die armen hat's ganz schön erwischt mit fieber&co. hoffentlich ereilt euch die gute besserung dann zurück im heimatlichen bette! den petersburger feinstaub, der sich so gemein auf lunge und zunge legt habt ihr ja jetzt hinter euch gelassen. get well soon!

abgesehen von diesem für einige leider nicht so feinen ende waren es ganz großartige tage in great company. bier, beatbox und gesang in der küche und anderswo, hopp on&off auf diverse marschrutkas, die uns quer durch die stadt und einmal sogar bis nach kronstadt gebracht haben, ein musikvideodreh im "d2"-u-bootmuseum (highlight of the stay, i would say!), unzaehlige spazierkilometer, sonnenbaden mit ausblick auf die stringtanga-genossen rund um die peter-und-paul-festung, russische köstlichkeiten rund um die uhr, "brot&russisch" zum frühstück (kakaja prelest!), tanzen im discobunker mit dj - what's he called again - bada,  und ein schnellkurs in "tau professional".
atomchor - nein danke! ich freue mich auf ein strahlendes wiedersehen!



11.04.2012

der haufen ist gelandet

der halbe subchor ist gestern nacht in piter gelandet!


auf eine mitternachtsjause bei subway.

alles gut geklappt, sind mit der letzten marschrutka in die inner city getuckert, 7 stück im hostel abgeliefert, 3 bleiben bei mir. dafür hab ich ein gigantisches krustenbrot bekommen, was für eine freude!

10.04.2012

cats on cars

part 3 of the saint petersburg's cat's tale

 



nachtkatzen waren am freitag auch nastja und ich, die wir im nahe gelegenen klub dada alle vorhandenen gliedmaßen unkoordiniert, aber mit begeisterung geschüttelt haben. dabei habe ich endlich die weltberühmten messer chups und noch eine viel bessere vorband gesehen. chri, ich hab an dich gedacht, dem ich die bekanntschaft mit dieser petersburger gruseltruppe verdanke!


abtanzen heißt auf russisch übrigens "отплясывать", wieder ein neues wort gelernt und gleich in die praxis umgesetzt. uff, das hat mal wieder gut getan. danach hat mir einer der dort zahlreich vertretenen altrocker (auf russisch rock'n'roll'tschiki) zu meiner tanzenergie gratuliert, was für eine freude.
die unterhaltung mit den rocknrolltschiki nach dem konzert haben wieder mal gezeigt, dass ich mit meinem russisch so ganz ok über die runden komme, aber sobald slang und "mat" (besonders grobes fluchen) im spiel sind ist es beinahe so, als würden die leute eine andere sprache sprechen. der russische "mat" bezeichnet laut wikipedia "ein eingeschränktes, aber in der Wortbildung sehr produktives, Register der obszönen Lexik der russischen Umgangssprache".  das stimmt mit dem überein, was mir hier erklaert wurde; naemlich, dass beim "mat sprechen", ausgehend von ein paar grundworten, an die beliebig prae- und suffixe und sonstige teilchen drangehaengt werden, eine unendich große anzahl von nomen, verben und adjektiven gebildet werden kann. also sehr sprachkreativ, das schimpfen auf russisch. 



06.04.2012

gute aussichten, leute!



wenn der yandex-wetterdienst recht hat, liebe leute, dann bricht naechste woche der frühling an! schnell, dreimal klopfen oder über die linke schulter spucken, auf dass es wahr wird. denn wenn es so ist, liebe choros, die ihr zu elft (!) in den kühlen norden reist*, dann bringt ihr den frühling mit!
endlich, bitte, bitte, bitte. denn viel schlimmer als die hochwinterlichen jaennertemperaturen im zweistelligen minusbereich ist dieser schier ewig dauernde, niemals endende wollende dauerwinter. als angelernter wienerin entfleucht mir da ein bereits entnervtes "uuur-zach".
deswegen: drückt uns alle vorhandenen daumen, dass die yandex'sche wetterprophezeiung eintritt!

auf der fontanka birst bereits die eisdecke. wir sind auf dem richtigen weg!


*für alle nicht-eingeweihten: ein teil des hernalser subchors erweist piter und mir die ehre und besucht für fünf tage die stadt. hurrei!

05.04.2012

in guter nachbarschaft II

fortsetzung des spaziergangs in der nachbarschaft. nachdem mittlerweile, wenn auch noch weit entfernt von frühlingshaften, zumindest keine tiefkühltruhentemperaturen mehr herrschen, kann ich wieder zu fotoexkursionen aufbrechen, bei denen mir die finger auch bei längerer frischluftexposition nicht abzufrieren drohen.

 schneckenhaus

 retrocafe mit spiralenförmiger antenne am plexiglasdach


 grauer himmel über den grauen dächern des vitebskij bahnhofs.
 
links und rechts des klinskij prospekts




04.04.2012

in guter nachbarschaft

bei einem unserer entdeckungsstreifzüge durch die nachbarschaft haben andi und ich ein mir bisher unbekanntes, zauberhaftes eck entdeckt. keine 100 meter von meinem zuhause liegt ein verschachteltes, ruhiges seitengässchen, in dem sich wahre perlen eklektischer jahrhundertwendearchitektur finden lassen.







das tor zur vergangenheit wird von einem friedlichen kerberos flankiert.

  

in diesem weniger auffälligen gebäude hat einst lenin ein jahr seines vorrevolutionären lebens verbracht. wohl aus diesem grund befindet sich noch heute darin das museum des "nichtadeligen petersburg", das zu besuchen uns leider verwehrt wurde: der letzte donnerstag des monats ist "sanitätstag". ich nehme an, dass an diesem tag die leninstatuen abgestaubt werden.


01.04.2012

cat city, no.2

fortsetzung der beliebten serie "it´s a cat's town"



katze auf dem heißen vordach


eigentlich hatte ich nur diesen kerl  im visier (man beachte die enorme körperfülle auf dem dünnen ästchen)

und erst beim angucken der fotos habe ich bemerkt, dass da im hintergrund auf der mauer noch zwei sitzen. finde es erstaunlich und ein bisschen gruselig, auf einer reproduktion etwas zu entdecken, was ich in reality nicht bemerkt habe.

30.03.2012

gesetz gegen die "propaganda von homosexualität"

mit dem heutigen tag tritt in st.petersburg ein international umstrittenes gesetz in kraft, dass die "propaganda von homosexualität unter minderjährigen" unter strafe stellt und dabei jegliche form von nicht-konventionellen partnerschaften in einem atemzug mit pädophilie nennt.

kritikerInnen befürchten, dass das schwammig formulierte gesetz dazu genutzt wird, jegliche (neutrale / positive) öffentliche äußerung über homosexualitaet zu verbieten und damit völlig aus dem öffentlichen leben zu verdrängen. als ein zeichen von protest wird zu einem tourismusboykott von petersburg aufgerufen.
 

schwieriges thema. ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich auswirkungen haben kann. ein fall, der vielleicht etwas bewirken oder zumindest staub aufwirbeln könnte, ist der von madonna, die im august einen auftritt in st.petersburg plant und von der russisch/us-amerikanische journalistin masha gessen dazu aufgerufen wurde, sich dem boykott der stadt anzuschließen. in einer reaktion meinte madonna, dass sie die show nicht absagen, sich aber für die rechte von sexuellen minderheiten aussprechen werde...ganz schön schwach von dem material girl.



wie die standard heute berichtet, soll ein ähnliches gesetzt auch landesweit umgesetzt werden.
das traurige ist, dass eine solches gesetzt durchaus von einer mehrheit der russInnen unterstützt werden würde. auf diesem plakat, das dank neil's britischem humor in unserer küche haengt, lässt sich ablesen, mit wem junge russInnen nicht befreundet sein wollen. "vertreterInnen sexueller minderheiten" sind in etwa so beliebt wie ehemalige kriminelle oder die sogenannten "gopniks". die gespräche mit seinen studentInnen würden die studie übrigens bestätigen, so mein nachbar, der an einer uni englisch unterrichtet. homophobie ist hier tatsächlich, und zwar auch unter leuten, von denen man es nicht erwarten würde, weit verbreitet. so auch mein erfahrungswert...


mehr infos auf der seite der saint petersburg times:
www.sptimes.ru

und hier
http://allout.org/en/actions/stpetersburg-dont-go

29.03.2012

russische rätsel

warum legen russInnen so viel wert auf saubere schuhe - beweisen lässt sich das ganz leicht mit einem bodennahen rundumblick in der metro - aber fahren derartig dreckige autos, dass man sich allein beim hinschauen schmutzig macht?


und während es in einer stadt wie dieser gleichermaßen schwierig ist, das eine wie das andere straßenexponierte objekt sauber zu halten, werden ungeputze schuhe verächtlich als spiegel der  unordentlichen trägerInnenseele gewertet, aber die fahrerInnen der versauten karosserien weit milder bewertet: was soll man da machen, wenn's so dreckig ist in der stadt, da lohnt sich doch die autowäsche nicht.
erkläre mir einer diese logik. das petersburger straßendreckparadox; bloß ein weiteres rätsel, das mir die russenheit aufgegeben hat.

26.03.2012

ein wässerchen zum sonntag

neulich an einem sonntag mit ira bei ihrer freundin mascha und deren mutter vera michailovna. eigentlich sind wir nur gekommen, um alte sachen für einen charity-flohmarkt abzuholen, geblieben sind wir aber auf ein nachmittägliches festmahl aus gekochten kartoffeln, hering, sauerkraut, eingelegten gürkchen,  marinierten pilzen, schwarzbrot und danach kompott. und dazu gab es drei gepflegte gläschen wodka, die man nicht nach, sondern während dem essen trinkt. und das in guter gesellschaft.





und obwohl sonst kein fan von nationalen mentalitäts-klischees, so muss ich ira doch recht geben, dass ich an diesem nachmittag die russische gastfreundschaft kennengelernt habe. womit sonst lässt sich erklären, dass ein mensch, den du zum ersten mal in deinem leben triffst, dich nicht nur aufs allerköstliches verköstigt, sondern dir auch noch ein wirklich schönes wörterbuch schenkt und obendrein verspricht, dir bis zum morgigen tag gestrickte schühchen ("tapotschki") anzufertigen? oh, oh, oh, spasibo bolschoje!